Daria HAGEMEISTER: HENY – Alexander Bisenz’ Neffe. Lesung

Literatur im Ground Xiro. Freitag, 2. Oktober 2015, 20 Uhr XI CAFE & BAR Pazmanitengasse 15, 1020 Wien

Daria Hagemeister präsentiert Neufassung ihrer Erinnerungen an Alexander Bisenz’ Neffen!

Am 2. Oktober liest Daria Hagemeister im Ground Xiro ausder Neufassung des Manuskripts ihrer autobiographischen Erzählung „HENY -Alexander Bisenz’ Neffe“, die so wie auch „Wittgensteins Neffe“ von Thomas Bernhard auf persönlichen Erinnerungen an eine geliebte Person basiert. Passend zum Jahresthema konzentriert sie sich auf jene Szenen, die mit Utopien im weitesten Sinn zu tun haben, mit Traum- und Scheinwelten, aber auch mit verschiedenen Abhängigkeiten.

Daria Hagemeister schildert in Rückblenden das Schicksal von Heny, dem Neffen des österreichischen Kabarettisten Alexander Bisenz. Nach vielen Jahren der Trennung reift in der Erzählerin der Entschluss,sich wieder mehr um ihren Stiefsohn zu kümmern, da er offensichtlich in Schwierigkeit enist. Beim Betrachten der alten Fotos werden Erinnerungen wach…

 

Allgemein-menschliche Themen wie Liebe, Verantwortung und Schuld werden analysiert und in einen historischen Kontext gestellt. Traum- und Scheinwelten,die einerseits durch Drogen aufgebaut werden, andererseits mit den Illusionen bzw. Verdrängungsversuchen der Abhängigen und der sogenannten Co-Abhängigen,den betroffenen Familienmitgliedern, zu tun haben, sind wesentliche Motive. Sowie bei „Wittgensteins Neffe“ von Thomas Bernhard basiert das noch unveröffentlichte Manuskript auf persönlichen Erinnerungen an eine geliebte Person.

 

Heny verbringt die ersten Lebensmonate im Wiener Zentralkinderheim, da seine leibliche Mutter drogenabhängig ist und sein ägyptischer Vater ein unstetes Leben führt. Unter der Obhut der Stiefmutter, die das Sorgerecht erhält, scheint der Junge ein wenig zur Ruhe zu kommen. Ihrem neuen Mann, einem Nigerianer, mit dem sie drei weitere Kinder bekommt, fällt es jedoch immer schwerer, die Kinder aus der ersten Ehe zu tolerieren. Heny wird immer mehr ausgegrenzt und vom Stiefvater brutal geschlagen. Außerdem bricht bei der Erzählerin dieselbe Autoimmunerkrankung aus, an der Thomas Bernhard litt. Heny muss wieder zurück zu seinem leiblichen Vater.

 

Im Umfeld seines Vaters, dessen neuer Ehefrau und seiner nach wie vor drogenabhängigen Mutter wird Heny völlig vernachlässigt. Der Junge rutscht immer mehr in eine kriminelle Szene ab, wird straffällig, landet in Kinderheimen und endet schließlich auf der Straße im Drogenmilieu, ist HIV-positiv.Als die Erzählerin das einst geliebte Kind, das sie vergeblich aus ihrem Herzen zu verdrängen versucht hat, wiedersehen will, ist es bereits zu spät…

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